Zigbee2MQTT ist in meinem Smart Home gesetzt. Was mir bisher gefehlt hat, war eine Oberfläche, die sich so sauber in Home Assistant einfügt wie ZHA. Genau hier setzt der Zigbee2MQTT Manager von „Meine smarte Welt“ an: Die HACS-Integration bringt Geräteverwaltung, Batteriestände, Firmware-Updates, Gruppen und Bindings in eine eigene Dashboard-Karte.

Ich habe mir die Integration in meiner laufenden Installation angesehen. Der erste Eindruck ist richtig gut, aber vor der Installation sollte klar sein, was der Manager kann und was nicht. Er ersetzt Zigbee2MQTT nicht und gehört auch nicht zum offiziellen Home-Assistant-Core. Er ist eine noch junge Custom Integration, die über MQTT mit einer vorhandenen Zigbee2MQTT-Instanz arbeitet.

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Was der Zigbee2MQTT Manager in Home Assistant macht

Der Zigbee2MQTT Manager besteht aus einer Home-Assistant-Integration und der dazugehörigen Lovelace-Karte. Das Backend liest die Informationen über die vorhandene MQTT-Integration ein. Die Karte stellt sie anschließend direkt im Dashboard dar. Ich muss für den täglichen Überblick deshalb nicht mehr in das separate Zigbee2MQTT-Frontend wechseln oder dessen Oberfläche als Seitenleiste einbinden.

In der Geräteansicht sehe ich unter anderem Erreichbarkeit, Modell, Hersteller, Signalqualität, Batteriestand und den Zeitpunkt der letzten Meldung. Ein Klick auf ein Gerät öffnet weitere Details. Dort zeigt der Manager die von Zigbee2MQTT bereitgestellten Funktionen, passende Home-Assistant-Entitäten, Geräteoptionen, Firmware, Gruppen und Bindings an. Geräte lassen sich auch umbenennen oder entfernen. Bei solchen Eingriffen würde ich trotzdem nicht nebenbei klicken: Änderungen landen im realen Zigbee-Netz.

Voraussetzungen und Installation über HACS

Nach der aktuellen Projektdokumentation braucht der Manager Home Assistant 2025.6 oder neuer, eine eingerichtete MQTT-Integration und Zigbee2MQTT 2.x. Zigbee2MQTT 1.x wird erkannt, aber nicht unterstützt. Wer noch eine ältere Installation betreibt, sollte das vor dem Download prüfen.

  1. In HACS unter Benutzerdefinierte Repositories das GitHub-Repository des Zigbee2MQTT Managers als Integration hinzufügen.
  2. Den Zigbee2MQTT Manager installieren und Home Assistant neu starten.
  3. Unter Einstellungen → Geräte & Dienste die Integration „Zigbee2MQTT Manager“ hinzufügen.
  4. Das Base-Topic der eigenen Zigbee2MQTT-Instanz eintragen. Der Standard lautet zigbee2mqtt.
  5. Die Karte über den Dashboard-Editor hinzufügen und die gewünschten Bereiche auswählen.

Die Integration liefert die Karten-Ressource selbst aus. Im normalen Dashboard-Modus ist deshalb kein manueller Lovelace-Ressourceneintrag nötig. Nur bei Lovelace im YAML-Modus muss die JavaScript-Ressource laut Projektdokumentation von Hand eingetragen werden.

In meinem Aufbau kamen die Daten über MQTT ohne langes Zuordnen an. Nach der Installation wurden die Geräte zunächst nur nach und nach geladen. Ein vollständiger Neustart von Home Assistant hat das behoben. Danach war die Liste vollständig.

Batterien, Offline-Geräte und Updates auf einen Blick

Die vorgefertigten Filter sind für mich einer der praktischsten Teile. Ich kann gezielt nach Offline-Geräten, niedrigen Batterieständen oder verfügbaren Firmware-Updates suchen. Die Liste lässt sich nach Hersteller oder Geräteklasse gruppieren und nach Stromversorgung, Signalqualität, Netzwerkrolle oder letzter Meldung filtern.

Für einen belastbaren Online-Status empfiehlt das Projekt, in Zigbee2MQTT availability: true zu aktivieren. Ohne diese Einstellung leitet die Karte den Zustand aus „zuletzt gesehen“ ab. Das ist eine Näherung und nicht dasselbe wie eine echte Verfügbarkeitsmeldung. Für den Zeitstempel soll außerdem advanced.last_seen: ISO_8601 gesetzt sein.

Der Manager legt in Home Assistant eigene Sensoren an. Dazu gehören die Anzahl der Geräte, Offline-Geräte, Geräte mit niedriger oder kritischer Batterie, verfügbare Firmware-Updates und Gruppen. Die Grenzwerte für niedrige und kritische Batteriestände kann ich in den Optionen festlegen. Damit lässt sich eine Benachrichtigung bauen, ohne jedes Batteriegerät einzeln in eine Automation einzutragen.

Ereignisse für Automationen statt manueller Listen

Optional löst die Integration Home-Assistant-Ereignisse aus, wenn ein Gerät offline oder wieder online geht, eine Batterie die eingestellte Schwelle unterschreitet, ein Update verfügbar wird oder ein Gerät das Netz betritt beziehungsweise verlässt. Alternativ kann eine Automation auf die Zähler-Sensoren reagieren. Im Video zeige ich beispielsweise den einfachen Ansatz, eine Meldung zu senden, sobald der Wert für Offline-Geräte größer als null ist.

Wer seine Automationen generell robuster aufbauen möchte, findet in meinen Home-Assistant-Best-Practices für Zigbee, Licht und Kameras weitere Beispiele aus meinem Aufbau. Der Manager nimmt einem die eigentliche Automation nicht ab, stellt aber brauchbare Zustände und Trigger bereit.

Direkte Zigbee-Bindings ohne Home-Assistant-Umweg

Bindings lassen sich ebenfalls aus der Karte heraus verwalten. Dabei wird beispielsweise ein kompatibler Zigbee-Taster direkt mit einer Leuchte verbunden. Der Schaltbefehl läuft dann im Zigbee-Netz und nicht erst durch eine Home-Assistant-Automation. Das kann die Reaktion direkter machen und eine Bedienung ermöglichen, wenn Home Assistant gerade nicht verfügbar ist. Ob ein Binding funktioniert und welche Funktionen gebunden werden können, hängt von den beteiligten Geräten und ihren Endpunkten ab.

Die offizielle Zigbee2MQTT-Dokumentation zu Bindings weist außerdem darauf hin, dass manche batteriebetriebenen Geräte während des Bindings aufgeweckt werden müssen. Ein Button in der Oberfläche ersetzt diese gerätespezifischen Schritte nicht.

Mehrere Zigbee2MQTT-Instanzen und eine Karte pro Stick

Version 1.1.0 unterstützt mehrere Zigbee2MQTT-Instanzen. Jede Instanz wird mit einem eigenen Base-Topic als separater Eintrag eingerichtet. In der Karte kann ich dann zwischen den Instanzen umschalten oder für jeden Stick eine eigene Karte anlegen. Das ist interessant, wenn mehrere Koordinatoren oder getrennte Standorte über dieselbe Home-Assistant-Installation verwaltet werden.

Für ein vollflächiges Verwaltungs-Dashboard habe ich die Karte als Panel-Ansicht eingebunden. Dadurch wirkt sie deutlich näher an einer fest integrierten Geräteverwaltung. Darstellung, sichtbare Kategorien, Spalten, Farben, Zoom und maximale Zeilenzahl lassen sich im grafischen Editor anpassen. Ein Nur-Lesen-Modus blendet Bedienelemente aus und passt gut zu Wandtablets.

Wichtige Grenzen der noch jungen Integration

Zum Redaktionsstand 19. Oktober 2026 ist Version 1.1.0 die aktuelle Veröffentlichung. Das Projekt ist jung und die eigene Dokumentation benennt offene Punkte erfreulich konkret. Gruppierung, Filter, schreibbare Expose-Schalter und Kopierfunktionen wurden laut Entwickler mit simulierten Daten und in einem Headless-Browser getestet, aber noch nicht vollständig an echter Hardware oder in den mobilen Companion-Apps.

  • Geräteoptionen unterstützen derzeit einfache Werte, aber keine verschachtelten Optionen.
  • Die Geräteklasse wird aus den bereitgestellten Funktionen abgeleitet und kann bei Sonderfällen falsch einsortiert sein.
  • Firmware-Updates können lange dauern. Währenddessen sollte weder Home Assistant noch Zigbee2MQTT leichtfertig neu gestartet werden.
  • Schreibende Funktionen sind auf Home-Assistant-Administratoren beschränkt. Das schützt nicht vor einem unbedachten Klick mit einem Admin-Konto.
  • Gerätebilder lädt die Karte standardmäßig von zigbee2mqtt.io. Wer externe Bildabrufe vermeiden möchte, kann sie abschalten.

Bei meinem Test fiel außerdem auf, dass die Suche am Desktop den Fokus verlor. Auf dem Smartphone funktionierte dieselbe Suche sauber. Das ist kein Grund, die Integration abzuschreiben, aber ein guter Hinweis darauf, dass hier noch aktiv entwickelt wird. Vor einem Update lohnt sich deshalb der Blick in die Release-Historie.

Mein Fazit zum Zigbee2MQTT Manager

Der Zigbee2MQTT Manager löst genau den Punkt, der mich am separaten Zigbee2MQTT-Frontend immer gestört hat: Für Geräte, Batterien, Updates und Bindings muss ich Home Assistant nicht mehr verlassen. Die Panel-Ansicht funktioniert auch auf dem Smartphone gut und passt wesentlich besser zu meinem restlichen Dashboard.

Ich würde die Integration trotzdem nicht mit einer offiziellen, nativen Zigbee2MQTT-Verwaltung verwechseln. Es ist ein HACS-Projekt in einer frühen Phase. Wer die Voraussetzungen erfüllt, ein Backup hat und die dokumentierten Grenzen kennt, bekommt aber schon jetzt eine ungewöhnlich vollständige Verwaltungsoberfläche. In meinem System bleibt sie installiert und wird Teil meines Infrastruktur-Dashboards.

Wenn du Zigbee2MQTT mit Aqara-Geräten nutzt, passt dazu auch mein Langzeitbericht zu Aqara H2, FP300 und FP2 mit Zigbee2MQTT.


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