Smarte Schalter und Präsenzsensoren zeigen ihren Wert erst nach einigen Monaten. Dann geht es nicht mehr um das schnelle Pairing, sondern um verlässliche Automationen, sinnvolle Tastenbelegungen und ein Funknetz, das auch im Alltag stabil bleibt. Im Aqara-Recap zieht Sascha genau diese Bilanz für den Light Switch H2 EU, den Presence Multi-Sensor FP300, den FP2 und mehrere Tür- und Fenstersensoren.

Sein Aufbau läuft überwiegend mit Zigbee2MQTT und Home Assistant. Das ist wichtig, denn ein Gerät kann dort andere Funktionen anbieten als über Matter oder die Aqara-App. Der Artikel trennt deshalb persönliche Beobachtungen aus dem Video von offiziell dokumentierten Eigenschaften und dem aktuellen Zigbee2MQTT-Geräteprofil.

Stand der technischen Prüfung: 8. Oktober 2026. Die kommerziellen Links aus der Videobeschreibung sind nicht Bestandteil dieses Artikels. Arbeiten an 230-Volt-Installationen gehören in fachkundige Hände.

Der H2 EU kann Taster und Relais voneinander trennen

Der entscheidende Punkt am Aqara Light Switch H2 EU ist im gezeigten Aufbau der Decoupled Mode. Dabei schaltet ein Tastendruck nicht zwingend das eingebaute Relais. Stattdessen wird die Bedienung als Ereignis an Home Assistant weitergegeben. Das Relais bleibt separat steuerbar und kann ein smartes Leuchtmittel dauerhaft mit Strom versorgen.

In Saschas Küche liegt am Relais weiterhin der vorhandene Deckenkreis. Die obere Taste steuert per Automation jedoch indirekte Leuchten, während die Arbeitsplattenbeleuchtung über die zweite Bedienfläche läuft. Bei Bedarf kann Home Assistant das Relais trotzdem schalten. Damit bleibt die vorhandene Verkabelung nutzbar, ohne jede Taste dauerhaft an genau einen Stromkreis zu binden.

Das offizielle Zigbee2MQTT-Profil des verwendeten H2-Modells führt dafür die Betriebsarten decoupled und control_relay auf. Außerdem werden je nach Variante Aktionen wie einfaches Drücken, doppeltes Drücken, Halten und Loslassen für die obere und untere Bedienfläche gemeldet. Diese Funktionsbreite ist ein guter Grund, vor der Entscheidung für Zigbee, Thread oder Matter nicht nur auf das Logo auf der Verpackung zu schauen.

Decoupled Mode braucht eine saubere Rückfallebene

Die Entkopplung ist flexibel, schafft aber eine Abhängigkeit: Wenn Home Assistant, Zigbee2MQTT oder die Automation ausfällt, löst der Tastendruck die gewünschte smarte Leuchte nicht mehr aus. Das Relais lässt sich dann zwar grundsätzlich weiterhin über seine konfigurierte Funktion ansprechen, der gewohnte Lichtschalter arbeitet aber nicht automatisch wie ein klassischer Schalter.

  • Für wichtige Räume sollte es eine nachvollziehbare manuelle Rückfalloption geben.
  • Nach einem Stromausfall muss das gewünschte Relaisverhalten geprüft werden; Zigbee2MQTT stellt dafür beim H2 eine Einstellung für das Einschaltverhalten bereit.
  • Automationen sollten auf eindeutige Tastenereignisse reagieren und nicht mehrere widersprüchliche Wege zum selben Relais anlegen.
  • Änderungen an Netzspannung, Unterputzdosen und Neutralleiter darf nur eine Elektrofachkraft beurteilen und ausführen.

FP300: Präsenz ohne Steckdose

Der FP300 kombiniert laut Aqara einen PIR-Sensor mit 60-GHz-mmWave-Radar. PIR reagiert auf Bewegung und Wärmeänderungen, während mmWave auch weitgehend still sitzende Personen erkennen kann. Aqara nennt einen Erfassungswinkel von 120 Grad und eine maximale Reichweite von sechs Metern. Zwei austauschbare CR2450-Zellen versorgen den Sensor; der Hersteller spricht unter seinen Laborbedingungen von bis zu drei Jahren im Zigbee- und bis zu zwei Jahren im Thread-Betrieb. In der Praxis hängen solche Laufzeiten stark von Meldeintervallen, Funkverbindung und aktivierten Sensoren ab.

Im Video ist die kabellose Montage der praktische Unterschied zum FP2. Sascha setzt den FP300 dort ein, wo keine Steckdose in der Nähe liegt, unter anderem an Treppe, Küche, Wohnraum und Bad. Er berichtet, dass die Anwesenheit in seinem Haushalt auch dann stabil bleibt, wenn eine von mehreren Personen den Raum verlässt. Das ist eine persönliche Langzeitbeobachtung aus diesem Aufbau, keine allgemeine Garantie für jeden Grundriss.

Reichweite einstellen statt den Sensor nur umzuhängen

Ein empfindlicher Präsenzsensor kann durch eine offene Tür bereits den Flur oder Nachbarbereich erfassen. Sascha hat das in seiner Küche erlebt und die Reichweite in Zigbee2MQTT reduziert. Das aktuelle Geräteprofil stellt dafür Parameter zur Erfassungsdistanz und weitere Einstellungen wie Abwesenheitsverzögerung, PIR-Intervall sowie die Auswahl zwischen PIR, mmWave oder beiden Verfahren bereit.

Die Platzierung bleibt trotzdem entscheidend. Bewegte Vorhänge, Ventilatoren, Haustiere, dünne Trennwände und reflektierende Flächen können Radarerkennung beeinflussen. Der Versuch im Video, bei dem der FP300 eine duschende Person hinter geriffeltem Glas erkennt, ist für genau dieses Bad interessant. Daraus lässt sich aber keine pauschale Aussage über jede Glasart oder Duschkabine ableiten.

FP2 bleibt die Wahl für Zonen

Der kabelgebundene FP2 deckt laut Aqara bis zu 40 Quadratmeter ab und kann den Raum in bis zu 30 Zonen aufteilen. So können etwa Sofa, Schreibtisch und Durchgang getrennte Automationen auslösen. Genau dafür nutzt Sascha den FP2 weiterhin im Studio. Der FP300 meldet Präsenz und Umgebungswerte, bietet aber nicht dieselbe räumliche Zonierung.

Die Entscheidung ist damit weniger ein Generationenvergleich als eine Frage des Einsatzortes: Der FP300 ist unauffällig, batteriebetrieben und flexibel zu platzieren. Der FP2 braucht USB-Strom, kann dafür größere Flächen und einzelne Zonen abbilden.

Zigbee2MQTT bringt Funktionen, aber auch Verantwortung

Aqara unterstützt beim FP300 Zigbee und Thread. Über Thread lässt er sich mit einem passenden Matter-Controller in mehrere Plattformen einbinden. Im Zigbee-Modus stehen über Aqara beziehungsweise Zigbee2MQTT zusätzliche Geräteeinstellungen bereit. Sascha bevorzugt Zigbee, weil sein Haus bereits viele netzbetriebene Router-Geräte und damit ein dichtes Mesh hat.

Wer diesen Weg nachbaut, sollte Coordinator, Kanalwahl und Router-Abdeckung als Teil des Systems betrachten. Batteriegeräte erweitern das Mesh normalerweise nicht. Stabilität entsteht durch ausreichend gut platzierte, dauerhaft versorgte Zigbee-Router und nicht allein durch die Zahl der Sensoren.

Für den Protokollwechsel kann weiterhin die Aqara-App nötig sein. Das erwähnt Sascha im Video ausdrücklich für seine Geräte. Nach dem Wechsel sollte man prüfen, ob eine Rückkehr oder erneute Kopplung Daten und Automationen beeinflusst. Matter, Aqara Home und Zigbee2MQTT stellen nicht zwangsläufig denselben Funktionsumfang bereit.

55er-Rahmen und Fenstersensoren: kleine mechanische Details

Beim H2 EU ist die Einbindung in 55er-Schalterprogramme für Bestandsinstallationen interessant. Sascha nutzt gedruckte Mehrfachrahmen, weil seine alten Kombinationen nicht überall zu den neuen Einsätzen passen. Solche Teile sind mechanische Adapter, keine elektrische Freigabe. Maße, Material, Brandschutz und sichere Befestigung müssen zum Einbauort passen.

Auch bei seinen Aqara-Fenstersensoren löst ein kleiner Abstandshalter ein konkretes Problem: An den dicken Rahmen lagen Magnet und Sensor zu weit versetzt. Ein passgenaues Distanzstück bringt beide Teile näher zusammen. Das ist ein gutes Beispiel dafür, dass vermeintliche Funkprobleme manchmal schlicht aus der Montagegeometrie entstehen.

Fazit nach dem Recap

Der H2 EU ist in diesem Aufbau der vielseitigste Baustein, weil Taste und Relais getrennte Aufgaben übernehmen können. Der FP300 passt zu Räumen, in denen zuverlässige Anwesenheit ohne Stromkabel wichtiger ist als Zonierung. Der FP2 behält seinen Platz für größere Flächen und mehrere definierte Bereiche. Zigbee2MQTT macht viele dieser Einstellungen sichtbar, verlangt dafür aber ein gepflegtes Mesh, Backups und eine bewusste Planung der Rückfallebene.


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