Home Assistant 2026.10 verbessert gleich mehrere Stellen, die man im Alltag tatsächlich berührt: Karten werden als scharfe Vektorgrafik dargestellt, Automationen lassen sich ohne manuell vergebene Trigger-IDs verzweigen und Dashboard-Karten bekommen deutlich flexiblere Sichtbarkeitsregeln.
Dazu kommen ein aufgeräumtes Benutzerprofil, eine zentrale Übersicht für Modbus-Verbindungen, eine einfachere MCP-Anbindung und neue Funktionen für Apple iCloud. Im Video gehe ich einmal durch das Release und zeige die wichtigsten Änderungen direkt in meiner Installation. Hier folgt meine technische Einordnung anhand der offiziellen Release Notes.
Versionsstand: Home Assistant 2026.10 erschien am 7. Oktober 2026. Zum Redaktionsstand vom 13. Oktober führt die offizielle Release-Seite Version 2026.10.1 als aktuellen Patch auf. Vor dem Update gehören ein aktuelles Backup und ein Blick in die Breaking Changes der eigenen Integrationen zum Pflichtprogramm.
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Die neue Karte bleibt beim Zoomen scharf
Nach dem Wechsel zu OpenStreetMap baut Home Assistant die Kartendarstellung weiter aus. Die Karte wird nun auf dem Endgerät aus Vektordaten gezeichnet, statt aus einzelnen Bildkacheln zusammengesetzt zu werden. Straßen, Beschriftungen und Hausnummern bleiben deshalb auch bei starkem Zoom scharf. Für den Dark Mode gibt es eine eigene Farbgestaltung.
Ältere Geräte, die keine Vektorkarten rendern können, fallen laut Release Notes automatisch auf die klassische Ansicht zurück. Das ist gerade für ältere Wandtablets wichtig: Die neue Darstellung soll nicht dazu führen, dass ein bisher nutzbares Dashboard plötzlich leer bleibt.
Auch die Marker wurden neu aufgebaut. Personen erscheinen mit Profilbild, Zonen mit eigenem Symbol und eigener Farbe. Mehrere Personen in derselben Zone landen in einer gemeinsamen Markierung, statt sich gegenseitig zu überdecken. Das Karten-Dashboard erhält außerdem eine Übersicht für Personen, Geräte und Zonen. Auf dem Smartphone nutzt die Karte nun den gesamten Bildschirm.
Automationen verzweigen ohne selbst gepflegte Trigger-IDs
Trigger-IDs waren schon lange eine saubere Möglichkeit, mehrere Auslöser in einer Automation zusammenzufassen. In der Praxis blieb die Funktion leicht verborgen: Man musste jedem Trigger eine ID geben und später in der Bedingung wissen, welche ID zu welchem Auslöser gehört.
Mit 2026.10 wählt man in der Bedingung „Ausgelöst durch“ direkt die gewünschten Trigger aus. Home Assistant nummeriert die Auslöser sichtbar und verwaltet die benötigten IDs im Hintergrund. Entfernt man einen Trigger, räumt der Editor die zugehörige interne Zuordnung auf. Verweist eine Bedingung auf einen nicht mehr vorhandenen Auslöser, zeigt der Editor den Fehler an.
Bestehende YAML-Automationen behalten ihre selbst vergebenen IDs. Auch eine gemeinsam genutzte ID für mehrere Trigger bleibt möglich. Der neue Editor zwingt also keine Migration auf, sondern vereinfacht neue Automationen und die Bearbeitung über die Oberfläche.
Mehr Bedingungen für die Sichtbarkeit von Dashboard-Karten
Dashboard-Karten, Bereiche und Badges konnten schon vorher abhängig von Bedingungen ein- oder ausgeblendet werden. Die Auswahl war jedoch kleiner als im Automationseditor. In 2026.10 stehen im Reiter „Sichtbarkeit“ zusätzlich unter anderem Template-, Sonnen-, Zonen- und Gerätebedingungen zur Verfügung. Bildschirmgröße und Benutzer lassen sich weiterhin einbeziehen.
Damit kann eine Wallbox-Karte beispielsweise nur erscheinen, wenn das Laden freigegeben ist. Eine Gartenbeleuchtung lässt sich nach Sonnenuntergang einblenden und gleichzeitig auf Smartphones beschränken. Der Editor zeigt nun auch, ob eine Karte im aktuellen Moment sichtbar ist und welche einzelne Bedingung erfüllt oder nicht erfüllt wird. Das vereinfacht die Fehlersuche erheblich.
Apple iCloud bringt Kalender und Erinnerungen mit
Die Apple-iCloud-Integration erweitert ihren bisherigen Schwerpunkt auf Geräteortung. iCloud-Kalender werden als Kalenderentitäten eingebunden. Erinnerungslisten erscheinen als To-do-Listen, in denen sich Einträge hinzufügen, abschließen und entfernen lassen. Änderungen werden mit den Apple-Geräten synchronisiert.
Die Kalenderintegration ist laut offizieller Dokumentation lesend: Termine lassen sich in Home Assistant anzeigen und für Automationen verwenden, aber nicht dort anlegen oder bearbeiten. Bei Erinnerungen ist die Bearbeitung dagegen vorgesehen. Für die Anmeldung kann Apples Zwei-Faktor-Authentifizierung erforderlich sein. Wer die Integration einrichtet, sollte die Hinweise zu Bestätigungscodes und möglichen Apple-Anmeldewarnungen in der Dokumentation beachten.
Tibber: Viertelstundenpreise sind nützlich, aber kein neues 2026.10-Feature
Im Video nehme ich die Tibber-Integration ausführlicher unter die Lupe. Ich zeige die Viertelstundenpreise und das Attribut intraday_price_ranking, das ich für die Ladefreigabe meiner Wallbox nutze. Die Grundidee: Neben einem festen Preislimit prüft meine Automation, wie günstig das aktuelle Zeitfenster im Vergleich zum restlichen Tag ist.
Die zeitliche Einordnung ist dabei wichtig. Der Home-Assistant-Pull-Request für das Intraday-Ranking wurde bereits im August 2024 zusammengeführt. Die Umstellung des Dienstes tibber.get_prices auf 15-Minuten-Werte folgte im September 2025. Beide Funktionen sind also nicht erst mit Home Assistant 2026.10 entstanden, machen in meiner aktuellen Installation aber einen deutlichen praktischen Unterschied.
Für eine Ladeautomation reicht der relative Rang allein nicht aus. Ein günstiges Viertel des Tages kann an einem insgesamt teuren Tag immer noch teuer sein. Ein hartes Preislimit, Anwesenheitsprüfung, gewünschter Ladezustand und eine manuelle Übersteuerung für notwendige Fahrten gehören deshalb in die Logik. Die Elektroinstallation und die Anforderungen rund um steuerbare Verbrauchseinrichtungen bleiben ein eigenes Thema; dazu passt unser Beitrag zur sicheren Wallbox-Installation und § 14a EnWG.
Modbus-Verbindungen an einer Stelle prüfen
Unter „Einstellungen > Konnektivität“ gibt es ein neues Modbus-Panel. Dort listet Home Assistant serielle Verbindungen und Netzwerk-Gateways samt Geräten und beteiligten Integrationen auf. Auch per YAML konfigurierte Verbindungen erscheinen in der Übersicht.
Das Panel ersetzt keine Registerkonfiguration, macht aber Abhängigkeiten sichtbar. Das hilft besonders dann, wenn mehrere Integrationen dieselbe Verbindung zu einem Wechselrichter, einer Wärmepumpe oder einer Lüftungsanlage verwenden. Eine geschlossene Verbindung ist laut Release Notes nicht automatisch ein Fehler; sie wird bei Bedarf wieder geöffnet.
MCP-Server für KI-Anwendungen einfacher aktivieren
Home Assistant kann als Server für das Model Context Protocol dienen. Dadurch können kompatible Anwendungen wie Claude, ChatGPT oder Cursor auf freigegebene Bereiche der Installation zugreifen. In 2026.10 wandert die Einrichtung auf die Seite „Einstellungen > System > KI“. Dort lässt sich der MCP-Server aktivieren; Home Assistant zeigt anschließend die passenden Verbindungsadressen mit Kopierfunktion an.
Neue Setups geben standardmäßig alle verfügbaren Funktionen frei und erlauben nur Administrator-Konten den Zugriff. Beides lässt sich ändern. Genau hier ist Zurückhaltung sinnvoll: Eine KI-Anwendung sollte nur die Funktionen sehen, die sie für ihre Aufgabe braucht. Schreibzugriff auf das ganze Haus ist keine harmlose Komfortoption. Wer KI-Agenten für Automationen nutzt, findet im Artikel Hermes Agent mit Home Assistant die passenden Leitplanken zu Freigaben, Backups und Kontrolle.
Kleinere Änderungen, die man schnell bemerkt
- Das Benutzerprofil ist in Bereiche für Erscheinungsbild, Lokalisierung, aktuelles Gerät und Sicherheit gegliedert.
- Nutzer können ihren eigenen Namen und ihr Profilbild bearbeiten, ohne dafür einen Administrator bemühen zu müssen.
- YAML-Fehler schlagen bei Tippfehlern ähnlich geschriebene Schlüssel vor und zeigen verständlichere Dateipfade.
- Das Energie-Dashboard stellt die Entladung einzelner Batteriespeicher getrennt dar.
- Timer-Helfer lassen sich über die Kachelkarte mit festen Zeitvorgaben starten.
- Entitäten können auf Wunsch direkt den Namen ihres Geräts übernehmen.
- Automations-Traces zeigen Trigger, Bedingungen und Aktionen übersichtlicher an.
Vor dem Update kurz prüfen
- Ein aktuelles Backup erstellen und prüfen, wo es gespeichert ist.
- Die Breaking Changes der tatsächlich genutzten Integrationen lesen.
- Nach dem Update Karten, Zonen und ortsabhängige Automationen kontrollieren.
- Komplexe Automationen mit Trigger-IDs nicht vorschnell umbauen.
- Neue Sichtbarkeitsregeln im Dashboard mit mehreren Nutzern und Bildschirmgrößen testen.
- MCP nur mit bewusst begrenztem Zugriff einrichten.
Wer von einem älteren Stand aktualisiert, sollte Änderungen aus übersprungenen Versionen mitlesen. Unser Überblick zu Home Assistant 2026.8 erklärt unter anderem die neuen Entity-ID-Schemata und Änderungen bei mehrfach erkannten Geräten.
Fazit: 2026.10 spart Arbeit im Editor
Home Assistant 2026.10 ist vor allem dort stark, wo bisher unnötige Handarbeit steckte. Die direkte Auswahl von Triggern macht verzweigte Automationen verständlicher. Die erweiterten Sichtbarkeitsregeln bringen Dashboard-Logik näher an den Automationseditor, und die Vektorkarte verbessert die Darstellung ohne ältere Geräte einfach abzuschreiben.
iCloud, Modbus und MCP richten sich an unterschiedliche Nutzergruppen, schließen aber jeweils konkrete Lücken. Beim Tibber-Teil lohnt sich die saubere Trennung zwischen persönlichem Praxisnutzen und Release-Neuheit: Viertelstundenpreise und Intraday-Ranking sind für dynamisches Laden interessant, stammen technisch aber aus früheren Home-Assistant-Änderungen.

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