Home Assistant 2026.8 räumt an mehreren Stellen auf, die im Alltag oft unnötig technisch wirkten. Neue Home-Assistant-OS-Installationen brauchen standardmäßig keine Portnummer mehr in der Adresse, aus den „Developer Tools“ werden schlicht „Tools“ und Entity-IDs lassen sich nach einem eigenen Schema aufbauen.

Daneben stecken praktische Änderungen für Energie-Dashboards, Karten, Templates und Z-Wave-Schlösser im Release. Im Video klickt sich Sascha ohne vorherigen Test durch die Neuerungen. Hier folgt die Einordnung anhand der offiziellen Release Notes, einschließlich der Punkte, bei denen bestehende Installationen genauer hinsehen sollten.

Versionsstand: Home Assistant 2026.8 erschien am 5. August 2026. Die offizielle Seite führt die Patch-Releases 2026.8.1 bis 2026.8.3 auf. Vor dem Update gehören ein aktuelles Backup und ein Blick in die vollständigen Breaking Changes zum Pflichtprogramm.

Neue HAOS-Installationen kommen ohne :8123 aus

Die sichtbarste Änderung betrifft ausschließlich neue Installationen von Home Assistant OS. Sie verwenden standardmäßig eine normale Webadresse ohne angehängte Portnummer. Bestehende Systeme behalten ihre bisherige Konfiguration und laufen weiter auf dem eingerichteten Port. Wer eine funktionierende Installation hat, muss nichts umstellen.

Der Port lässt sich nun über die Oberfläche ändern. Home Assistant baut dabei einen Rückweg ein: Nach der Änderung wartet das System auf eine Bestätigung. Kommt sie nicht innerhalb von fünf Minuten, wird die vorherige Einstellung wiederhergestellt und Home Assistant neu gestartet. Das schützt vor einem dauerhaften Aussperren durch eine falsche Portangabe.

Eine Umstellung bleibt trotzdem nicht folgenlos. Browser-Lesezeichen, Companion App, Reverse Proxy und andere Dienste können noch auf die alte Adresse zeigen. Wer keinen konkreten Grund für den Wechsel hat, lässt die vorhandene Konfiguration besser unverändert.

Aus Entwicklereinstellungen und Developer Tools werden verständlichere Namen

Home Assistant trennt Funktionen stärker danach, was sie tun, statt danach, welche Art Nutzer sie angeblich braucht. Die bisherige Bezeichnung „Advanced Mode“ verschwindet zugunsten konkreter Schalter. Die „Developer Tools“ heißen jetzt „Tools“, in der deutschen Oberfläche „Werkzeuge“.

Die Funktionen bleiben: Zustände prüfen, Dienste beziehungsweise Aktionen ausführen, Templates testen und Ereignisse untersuchen. Die Umbenennung ist klein, beseitigt aber eine unnötige Hürde. Für eine Fehlersuche muss niemand Entwickler sein.

Entity-IDs nach dem eigenen Schema

Bei Entity-IDs geht Home Assistant nach Kritik an früheren Ansätzen einen flexibleren Weg. Du entscheidest selbst, ob und in welcher Reihenfolge Bereich, Etage, Gerät oder Entität im Schema auftauchen. Das Schema betrifft neue Entity-IDs und lässt sich an die eigene Struktur anpassen.

Eine saubere Benennung hilft bei YAML, Templates und der Suche nach Entitäten. Sie löst aber nicht automatisch alte Inkonsistenzen. Im Video zeigt sich außerdem, dass automatisch zusammengesetzte Namen doppelte Bestandteile erzeugen können. Prüfe das Ergebnis deshalb erst an wenigen neu angelegten Entitäten, bevor du das Schema als Standard übernimmst.

Zusammengeführte Geräte werden getrennt

Bisher konnte Home Assistant ein physisches Gerät, das über mehrere Integrationen erkannt wurde, zu einem Geräteeintrag zusammenführen. Dabei kollidierten mitunter Angaben wie Modell oder Seriennummer. Ab 2026.8 behält jede Integration ihren eigenen Geräteeintrag.

Beim Update werden zuvor zusammengeführte Geräte automatisch getrennt und die Entitäten passend verschoben. Meist passiert das unauffällig. Wer dasselbe Gerät über mehrere Integrationen eingebunden hat, kann danach jedoch zwei Geräteeinträge sehen und einen Reparaturhinweis erhalten. Automationen und Skripte sollen laut Release Notes weiter funktionieren, trotzdem lohnt sich nach dem Update ein Blick in Reparaturen sowie in die betroffenen Geräte.

Energie-Dashboard: gemeinsamer Ladestand mit Gewichtung

Mehrere Batteriespeicher hatten bisher einen offensichtlichen Haken: Ein einfacher Durchschnitt behandelt einen kleinen und einen großen Speicher gleich. In 2026.8 kannst du für jeden Speicher eine Kapazität hinterlegen. Der gemeinsame Ladezustand wird dann nach Größe gewichtet.

Ein kleiner voller Speicher und ein großer leerer Speicher ergeben damit nicht länger pauschal 50 Prozent. Ohne hinterlegte Kapazitäten bleibt es beim bisherigen einfachen Durchschnitt. Die Änderung wird also erst aktiv, wenn du die Größen ergänzt.

Favoriten im Kartenwähler und mehr Filter

Wer häufig dieselben Dashboard-Karten verwendet, kann sie im Reiter „Nach Karte“ mit einem Stern markieren. Favoriten rutschen im Kartenwähler nach oben. Das spart vor allem bei großen Installationen Sucharbeit, ohne vorhandene Dashboards zu verändern.

Auch die Entitätslisten werden besser durchsuchbar. Der Entitätsfilter kann nach Hersteller, Modell und Modell-ID einschränken. Im Video war die erwartete Filteroption an der zuerst geprüften Stelle nicht sichtbar. Das ist ein gutes Beispiel dafür, Release-Note und konkrete Oberfläche auseinanderzuhalten: Die Funktion ist offiziell dokumentiert, kann aber je nach Ansicht an einer anderen Stelle sitzen als vermutet.

Templates werden schneller und merken sich mehr

Templates mit numerischem Ergebnis sollen laut offiziellen Release Notes bis zu 40 Prozent schneller sein. Außerdem können auf Dashboards verwendete Templates zwischengespeichert werden. Das ist eine Herstellerangabe aus dem Release, kein Messwert aus dem Video.

Template-Entitäten für Lüfter, Abdeckungen und Device Tracker stellen nach einem Neustart ihren vorherigen Zustand wieder her. Der Template-Editor erhält eine verstellbare geteilte Ansicht; die gewählte Anordnung wird gespeichert. Beides sind eher stille Änderungen, die bei häufiger Template-Arbeit spürbarer werden als eine neue große Dashboard-Funktion.

Z-Wave-Schlösser und neue Integrationen

Für Z-Wave-Schlösser kommt eine eigene Verwaltung von Zugangsdaten hinzu. PIN-Codes lassen sich damit in der Oberfläche verwalten, statt sie über einzelne Dienste und Parameter zu pflegen. Wer ein unterstütztes Schloss einsetzt, sollte vor der Umstellung trotzdem prüfen, welche Funktionen die verwendete Z-Wave-JS-Version und das konkrete Gerät bereitstellen.

2026.8 bringt außerdem neue Integrationen und zahlreiche Verbesserungen an vorhandenen Anbindungen. Dazu gehören unter anderem Midea, erweiterte MQTT-Funktionen und Änderungen bei Shelly, Reolink und weiteren Herstellern. Eine vollständige Liste steht in den offiziellen Release Notes zu Home Assistant 2026.8.

Vor dem Update: kurz prüfen statt blind klicken

  • Ein aktuelles Backup erstellen und dessen Speicherort kennen.
  • Die Breaking Changes der eingesetzten Integrationen lesen.
  • Nach dem Update den Bereich „Reparaturen“ kontrollieren.
  • Geräte prüfen, die über mehr als eine Integration eingebunden sind.
  • Automationen, Templates und sicherheitsrelevante Geräte gezielt testen.
  • Bei neuen Entity-ID-Schemata erst mit wenigen Testentitäten anfangen.

Wer bereits 2026.8 einsetzt, sollte mindestens den letzten Patchstand dieser Release-Reihe installieren, sofern kein projektspezifischer Grund dagegen spricht. Die Patch-Abschnitte auf der offiziellen Seite dokumentieren die nach dem Hauptrelease behobenen Fehler.

Fazit: viele kleine Reibungspunkte verschwinden

Home Assistant 2026.8 ist kein Release, das eine einzelne Funktion in den Mittelpunkt stellt. Stattdessen werden mehrere tägliche Handgriffe verständlicher: neue HAOS-Adressen, klar benannte Werkzeuge, eigene Entity-ID-Schemata, Kartenfavoriten und bessere Filter.

Die Trennung zusammengeführter Geräte ist der Punkt mit dem größten Prüfbedarf. Wer mehrere Integrationen für dieselbe Hardware nutzt, schaut nach dem Update in Geräte und Reparaturen. Für alle anderen liefern der gewichtete Batteriespeicher-Ladestand und die Template-Verbesserungen handfeste Gründe, das Release nicht nur als kosmetisches Update abzuhaken.


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